Auf den Weg machen – und ANKOMMEN

Aus den verschiedensten Gründen haben sich Menschen auf den Weg gemacht und sind aus ihrer Heimat geflohen. Wer sind die Menschen, die hier in Rahden angekommen sind? Junge Frauen und Männer, Familien, viele haben hier ein neues zu Hause gefunden.

 

Semira, 29 J., ledig, Helferin in der Altenpflege;

Sie ist aus Angst vor Missbrauch und Gefangenschaft aus dem Sudan geflohen und im Oktober 2015 in

Rahden angekommen. Grundkurs Deutsch, Integrationskurs, Praktikum im Pflegeheim, seit September 2017 Helferin in der Altenpflege. Die Bewohner und Kollegen im Pflegeheim mögen sie und schätzen besonders ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. „Manchmal muss es schnell gehen bei der Arbeit, aber ich bin immer freundlich und respektvoll zu älteren Menschen, so kenne ich es aus meiner Heimat.“

Semira hält den Kontakt zu Freunden aus der Heimat, die jetzt in Deutschland sind und sie hat neue Freunde in Rahden und in der Umgebung gefunden. Ihr Asylantrag wurde abgelehnt, sie ist ausreisepflichtig. Über die Klage ist noch nicht entschieden.  „Ich kann erst ruhig sein, wenn ich die Antwort habe, dass ich hier bleiben kann.“

 

Familie Jovevski:  Vater  (39 J.), Mutter  (39 J.),Tochter Ch. (18 J.), Tochter A. (15 J.), Sohn L.(13 J.) und Tochter J. (6 J.).  (Name geändert)

Die Familie Jovevski kommt aus Mazedonien und lebte dort in einem Gebiet, das vorwiegend von Albanern bevölkert ist. Da der Vater bei der mazedonischen Armee gedient hat, war seine Familie immer wieder Ziel für Übergriffe durch Albaner. Als der Sohn entführt wurde und nur mit viel Glück nach kurzer Zeit frei kam  (die Polizei gab keinerlei Hilfe), entschlossen sich die Eltern, sofort mit ihren Kindern zu fliehen. Im Juli 2015 gelangten sie nach Deutschland. Ihr Asylantrag wurde abgelehnt, über den Widerspruch ist noch nicht entschieden. Vater und Mutter arbeiten, die älteste Tochter ist im 2. Lehrjahr zur Hauswirtschafterin, die anderen Kinder besuchen die Schule und Kindergarten. Die Familie fühlt sich wohl und sicher in unserem Städtchen, Alpträume und schlaflose Nächte werden weniger, aber die Sorge vor der Zukunft ist täglicher Begleiter.

Dürfen sie ankommen?

 

J., 30 J., ledig, Bauhandwerker

Er ist als Kind mit den Eltern geflohen, politisch verfolgt. Seine Identität ist nicht zweifelsfrei, keine Hoffnung auf Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft. Er arbeitet nicht in seinem Beruf, ist viel unterwegs. Oft sieht man ihn mit jungen Männern  in den Straßen diskutieren. J. spricht fremde Frauen an. Er liebt Kinder und hat gerne Kontakt mit ihnen, aber als fremder junger Mann ist das hier schwer. Wer ihn reden hört wird nachdenklich…. ist er vielleicht gefährlich?

ANGEKOMMEN? Jesus hätte es schwer, in dieser Zeit hier anzukommen.

Jesus sagt, an uns sollen die Menschen spüren, dass Gott sie liebt.

Ich darf für mich selber entscheiden, was ich mit meinem Glauben in Einklang bringen kann. Aber ich muss mich auch entscheiden. Die Worte der Bibel können dabei helfen, Fremde und Flüchtlinge sind für die Bibel ein wichtiges Thema. Mit der Übersetzung der Bibel hat Martin Luther die Grundlage geschaffen, dass jeder sich sein eigenes Urteil  bilden kann.

Wer beeinflusst mein Denken über Flüchtlinge? Welche Einstellung habe ich zu Fremden? Was überwiegt: Angst und Sorge oder Zuversicht und Nächstenliebe?

Möge jeder, der sich auf dem Weg macht, um für sich eine Haltung zum Thema Flüchtlinge zu finden, sich von Liebe und Barmherzigkeit der Bibel leiten lassen und weniger von Politik und Medien.

 

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