#Offengeht – vom 26. September bis 5. Oktober

Veranstaltungen der Interkulturellen Woche 2021 im Überblick. Detaillierte Informationen hier.

Interkulturelle Woche 2021

„70 Jahre europäische Menschenrechtskonvention und das Recht auf sichere Fluchtwege – die Idee der Seebrücken“

Dass immer noch Menschen auf der Flucht übers Mittelmeer ertrinken und es für die Geretteten kaum Perspektiven gibt, weil sie an Europas Grenzen abgewiesen werden; dagegen wendet sich die „Aktion Seebrücke“. Die Initiative wirbt dafür, dass Städte und Kommunen in Deutschland sich zu „sicheren Häfen“ erklären und bereit sind, Menschen auf der Flucht aufzunehmen.

Gemeinsam mit dem Presbyterium Pr. Ströhen, dem Pfarrgemeinderat und dem Kirchenvorstand der katholischen Gemeinde in Rahden hat auch unser Presbyterium der evangelisch lutherischen Kirchengemeinde Rahden im Frühjahr dieses Jahres beschlossen, die „Aktion Seebrücke“ zu unter- stützen und dafür zu werben bzw. sich dafür einzusetzen, dass auch Rahden zum „sicheren Hafen“ erklärt wird.

Auch die „Interkulturelle Woche“ informiert u.a. über diese Aktion und lädt dazu ein, sie zu unterstützen. Deshalb haben wir die Integrationsbeauftragte der Stadt Rahden Cornelia Riemer-Griebel gebeten, uns über das geplante Programm zu informieren. Sie schreibt:

Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche (IKW) mit dem Tag des Flüchtlings ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Die IKW findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen und Initiativgruppen mit organisiert. In mehr als 500 Städten und Gemeinden werden rund 5.000 Veranstaltungen angeboten. Die diesjährige IKW wird auch in Rahden vom 26. September bis zum 5. Oktober unter dem Motto #offengeht stattfinden.

Die Stadt Rahden plant in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde, dem CVJM und dem Präventionsrat in Rah- den Aktionen und Veranstaltungen während der gesamten Woche. Dabei ist es das Ziel auf die Vielfalt in Rahden aufmerksam zu machen und Gespräche und Austausch zwischen Rahdener Bürger:innen und Geflüchteten anzuregen.

Am 26. September um 16 Uhr startet die IKW im Rahmen einer Eröffnungsfeier im großen Saal des Gemeindehauses Rahden mit der Infoveranstaltung „70 Jahre europäische Menschenrechtskonvention und das Recht auf sichere Fluchtwege – die Idee der Seebrücken“. Als Referent wurde zu diesem Thema Superintendent i.R. Rüdiger Höcker eingeladen.

Weitere Veranstaltungen  folgen. Z. Bsp.: Interkulturelles Frauenfrühstück, outdoor Kochen, Interkulturelles Yoga und Walking meets Yoga, Malen mit Kindern mit Stefanie Grabow vom Atelier Momentmal, ein interkulturelles Fußballturnier und Workshops zu den Themen: „Fake-News und Verschwörungsmythen“, „Die extreme Rechte im Alltag“ und „Arabische Sprache“.

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Der 2018 schon einmal erfolgreich angebotene Workshop „Singen bringt zusammen“ Samstag, 2. Oktober von 10 bis 15 Uhr im ev. Gemeindehaus statt. Am selben Abend von 19.00 bis 21.30 Uhr bietet in der Aula des Gymnasiums die Live-Reportage von Lutz Jäkel „Arabien erleben“ einen multimedialen Augenschmaus aus dem Orient mit Erzählungen und Anekdoten, fantastischen Fotos und einem Blick hinter die Kulissen eines faszinierenden Kulturraums.

Eine Lesung aus ihrem Buch „Aus- gerechnet Kabul“ und Diskussion mit Ronja von Wurmb-Seibel findet am 5. Oktober um 21 Uhr im Forum der Sekundarschule statt. 2013 zieht Ronja von Wurmb-Seibel in die afghanische Hauptstadt Kabul. Die berührenden und spannenden Erfahrungen, die sie in dieser Zeit vor Ort gemacht hat, sind in dem Buch Ausgerechnet Kabul – 13 Geschichten vom Leben im Krieg“ festgehalten. Es zeigt ein authentisches Afghanistan: mit einer Perspektive auf das mittelasiatische Land, das – entgegen verbreiteter Ansichten – aus so viel mehr, als nur „Burkas, den Taliban und militärischen Interventionen“ besteht. Ronja von Wurmb-Seibel berichtet „von Geschichten zum Staunen und Momenten zum Verzweifeln“ aus dem Alltag der Menschen im Krieg. Ihr Buch ist eine Hommage an den Lebensmut der afghanischen Bevölkerung, ein starkes Plädoyer gegen den Krieg und eine ungewöhnliche Bilanz des deutschen Afghanistan-Einsatzes.

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme an den vielfältigen Programmpunkten.

Sonntag, 26. September 16 – 17 h, Gemeindehaus

Infoveranstaltung zum Thema 70 Jahre europäische Menschenrechtskonvention und das Recht auf sichere Fluchtwege – die Idee der Seebrücken

Referent: Rüdiger Höcker, Superintendent i.R.

Es gibt sie seit 70 Jahren, die Europäische Menschenrechtskonvention. Sie sollte ein Eckpfeiler des Menschenrechtsschutzes in Europa sein, verbindlich, einklagbar vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Seit fünf Jahren scheint sie aber an den Außengrenzen der Europäischen Union nicht mehr zu gelten. Menschen auf der Flucht ertrinken im Mittelmeer und Europa schaut zu. Geflüchtete werden von der Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache Frontex sowie von nationalen Grenzsicherungseinheiten illegal über die Europäische Außengrenze unmittelbar nach Eintritt in die EU abgeschoben, bevor sie ihr Recht auf einen Asylantrag wahrnehmen können. Auf diesem Hintergrund hat sich die europäische Seebrücken-Bewegung gebildet. Ihr Ziel: Sichere Fluchtwege, Sicherung des Rechts auf einen Asylantrag und auf unabhängige Beratung, Aufnahme und Unterbringung unter Achtung der Menschenrechte.

Sonntag, 26. September 17 h

Eröffnungszeremonie auf dem Kirchplatz

Um Solidarität mit Flüchtlingen und Seenotrettern im Mittelmeer zu zeigen, werden an Kirchtürmen orangefarbene Rettungswesten gehängt. Die Solidarität gilt allen Menschen auf der Flucht und in Seenot, denen, die ertrunken sind oder um sie trauern, und allen, die helfen.
Damit wird die Arbeit des internationalen Aktionsbündnisses Seebrücke unterstützt, das sich für sichere Fluchtwege nach Europa und eine Entkriminalisierung der Seenotrettung einsetzt „Niemand flieht ohne Grund“. Die meisten Menschen, die verzweifelt versuchen, Europa über das Mittelmeer zu erreichen, fliehen aus Folterlagern und geraten dabei in Seenot.

Interkulturelle Stühle

Die Aktion wird über die ganze Woche laufen

Laufende Aktion während der Woche. Stühle als Symbol für einen Platz in der Gesellschaft. Ein Stuhl ist nicht nur eine Sitzgelegenheit. Bei unserer Stuhl-Mal-Aktion sollen Stühle noch eine weitere Bedeutung bekommen. Unter dem Motto „Jede/r hat einen Platz in unserer Gesellschaft“ bemalen Menschen mit Migrationshintergrund Holzstühle, die in der Stadt ausgestellt werden. So werden viele verschieden gestaltete Stühle entstehen, die die Geschichte, die Emotionen oder die Gedanken der Menschen spiegeln.

Migration bewegt die Stadt

Die Aktion wird über die ganze Woche laufen

Unter diesem Motto stehen die Gespräche mit Menschen verschiedener Generationen und Herkunft über Migration, Flucht, Vertreibung, aber auch Ankommen und Zusammenleben. Rahdener berichten über ihre Flucht oder Vertreibung. Es werden Parallelen von früher und heute sichtbar gemacht.

Sie möchten teilnehmen? Dann melden Sie sich bitte bei der Projektkoordinatorin, Merle Constanze Schröder, vom Projekt „Miteinander und nicht allein“: Tel. 05771 914 6666 oder mit dem Stichwort „Gelebte Geschichten“ per E-Mail MC-Schroeder[at]schloss-rahden.de

Interkulturelles Frauen Frühstück

Montag, 27. September 9 – 12 h Jugendbereich Gemeindehaus

Ein buntes Frühstücksbuffet, zum Kennen und sich über Traditionen und Bräuche aus dem eigenen Heimatland austauschen. Die Besucherinnen werden gebeten, für das Frühstück eine landestypische Speise aus ihrem Herkunftsland mitzubringen. Für frische Brötchen und Getränke ist gesorgt.

Erlebniswelt Extreme Rechte

Montag, 27. September 18 – 20 h Jugendbereich Gemeindehaus

Marcel Komusin und Daniel Kapteina #NRWeltoffen

Der Workshop soll über aktuelle Marken, Styles und Codes der alten und neuen Rechten sowie deren Fun informieren. Die Teilnehmenden setzen sich mit dem Weltbild sowie dem Netzwerk extrem rechter Menschen auseinander. Zudem wird auch über Handlungsmöglichkeiten gesprochen, um für ein respektvolles, weltoffenes und tolerantes Miteinander eintreten zu können.

Dienstag, 28. September 10 – 11.15 h Treffpunkt Yogastudio Rahden

Interkulturelles Yoga für Frauen

Yoga ist bekannt aus vielen Kulturen. Dieser Morgen bietet Gelegenheit, die Jahrhundert alte Tradition gemeinsam zu praktizieren und durch Atemübungen, Asanas und Entspannungsübungen deinen Alltag einmal zu vergessen und die Wirkung des Yoga kennenzulernen. Du brauchst dafür lediglich bequeme Kleidung, eine Decke und ein kleines Kissen. Für Anfänger geeignet.
Anmeldung erforderlich unter: info[at]yogastudio-rahden.de

Dienstag, 28. September 14 – 18 h am Jugendtreff in der Wehme

Malen mit Kindern

mit Stefanie Grabow vom Atelier MomentMaI
Das Angebot richtet sich an Kinder von 8-13 Jahren. Gemeinsam werden sie ein großes, interkulturelles Bild zu einem festgelegten Thema erstellen. Die Kinder können sich hier frei entfalten und malen spontan, was ihrer Fantasie entspringt oder wofür Worte schwierig zu finden sind. Dabei können sie über Sprachgrenzen hinaus miteinander kommunizieren und sich gegenseitig inspirieren.
Anmeldung erforderlich bis zum 21. September unter: c.riemer-griebel[at]rahden.de