„Und Ostern schiebe ich den Stein zur Seite“ – Kirche für Kinder in Pr. Ströhen

Voller Eifer sind die Kinder dabei ihren Ostergarten zu gestalten. Auf einem Tonuntersetzer haben sie mit Hilfe eines kleinen Blumentopfes und Erde eine kleine Grabhöhle in einem Hügel modelliert. Nun muss noch der Weg, den die Frauen am Ostersonntag zum Grab gegangen sind, mit kleinen farbigen steinen gestaltet werden. Und der große Stein, der das Grab verschlossen hat, darf auch nicht fehlen. Dabei sind sich die Kinder aber nicht einig. Die einen möchten gerne den Stein neben der Grabhöhle positionieren, die anderen direkt davor. Die Höhle muss verschlossen sein. Einwände begegnen sie ganz praktisch: „Und Ostern schiebe ich den Stein zur Seite, dann sieht man ja, dass Jesus nicht mehr drin ist!“

Damit auch jeder gleiche erkennen kann, dass es ein Ostergarten ist, dürfen die drei Kreuze nicht fehlen, die über dem Grabe auf dem Hügel ihren Platz finden. Das Kreuz von Jesus steht in der Mitte und ist ein wenig größer und eleganter. Und neben den bunten Steinen, die den Weg zum Grab zeigen, kommt noch ein wenig grünes Moos auf die Miniatur Landschaft. Und bis Ostern ist auch das Katzengras, das zum Schluss noch vorsichtig auf die braune Erde verteilt wird, ausgetrieben und verkündet mit seiner frischen, grünen Farbe die Frohe Botschaft, dass die Liebe den Tod überwunden hat.

Begonnen hat die erste „Kirche für Kinder“ am Samstag morgen mit einem gemeinsamen Frühstück. Frische Brötchen, Nutella und Cornflakes schmecken in großer Runde noch mal so gut. Aber auch die liebevoll von den Mitarbeitenden zurecht gemachten Obst – und Gemüseteller fanden ihre Abnehmer. Und nach dem gemeinsamen Abräumen des Frühstücksgeschirrs hockten sich alle vor das Erzähltheater.

Auf großen, farbenfrohen Bildern konnten die Kinder die Geschichte von Jesus entdecken. Wie er vom Kreuz abgenommen wurde und in die Grabeshöhle gelegt wurde. Mit den Frauen gingen sie Ostersonntag den Weg zum Grab, sahen von weiten den großen Stein, den sie alleine wohl nicht zur Seite schieben konnten. Aber als sie ganz nahe dabei waren, war der Stein ja schon zur Seite gerollt. Und das Grab war leer.

Neben den kleinen Ostergärten, die jedes Kind mit nach Hause nehmen durfte, wurde noch ein größerer Ostergarten für die Kirche gestaltet.
„Aber jetzt liegt er noch drin!“, vertrat eines der Kinder seine Sichtweise. „Der Pfarrer kann Jesus ja Ostersonntag vor dem Gottesdienst herausnehmen!“
In der Gruppe herrschte Uneinigkeit, ob in der Vorosterzeit nun Jesus ins Grab gelegt gehört oder nicht. „Aber seine Beine sind zu lang! Wir können die Höhle mit den Steinen gar nicht zu machen!“ Doch auch dieser Einwand verpufft ungehört. „Wir legen ihn jetzt so herum rein! Das passt schon!“

Wer also den Ostergarten mit Jesus entdecken möchte, kann es bis Ostersamstag im evangelischen Gemeindehaus im Eingang besichtigen. Ostersonntag steht der Garten dann in der Kirche. Wenn der Garten bis dahin regelmäßig bewässert wurde, auch in einem frischen, saftigen Grünton durch das keimende Katzengras. Und ohne den Jesus. Der ist dann nämlich nicht mehr im Grab, sondern auferstanden.

Die Mitarbeitenden hatten viel Spaß und Freude an der ersten Kirche für Kinder in Pr. Ströhen. Sandra Gran dankte allen Mitwirkenden für ihre Unterstützung und freut, dass es schon einen neuen Termin für die nächste „Kirche für Kinder“ am 15. Juni. gibt.