“Fremde werden Freunde – We are friends”

Partnerschaftsreise vom CVJM Rahden nach Sierra Leone
Verschiedene Farben - eine Freundschaft

Verschiedene Farben – eine Freundschaft

“Fremde werden Freunde – We are friends”

Partnerschaftsreise vom CVJM Rahden nach Sierra Leone

“Fremde werden Freunde – We are friends”

Unter diesem Motto stand die diesjährige Partnerschaftsreise zum YMCA Bo Central Branch nach Sierra Leone/West Afrika, die Hannah Zimmermann und Saskia Hemminghaus antraten. “Gleich bei unserer Ankunft in Bo spürte wir die Verbundenheit untereinander. Es war schön bekannte Gesichter zu sehen und alte Freunden zu begegnen. Wir verbrachten eine erlebnisreiche Woche mit unseren Freunden aus dem Partner Verein und bekamen einen Einblick in die Entwicklung vor Ort,” berichtet Saskia Hemminghaus.

 

Begrüßung durch die Chairlady Fransis Gbondo

Begrüßung durch die Chairlady Fransis Gbondo

Die Partnerschaft besteht seit über 30 Jahren und wird durch wechselseitige Besuche gelebt. Aktionen wie das jährliche Café für Bo beim Trödelmarkt oder die Weihnachtsbaumaktion, unterstützen die Projekte des YMCA Bo vor Ort. Nun gab es erstmals nach der Ebola-Epidemie wieder eine Möglichkeit einander zu sehen.

Ausbildungsprojekt für junge Frauen

Seit Anfang an unterstützt der CVJM-Rahden in Bo ein Ausbildungsprojekt, in welchem junge Frauen zu Näherinnen ausgebildet werden oder Batik-Färbetechniken erlernen. Erfreulich und ein Mut machendes Zeichen sind die beiden neuen Ausbildungsprojekte des Vereins. Innerhalb von zwei Jahren erlernen junge Frauen nun das Handwerk des Friseurs oder das Kochen in einem Cateringprojekt. Gelegenheit für praktische Erfahrungen werden gesammelt, wenn für verschiedene Anlässe wie Familienfeiern oder für öffentliche Veranstaltungen gekocht werden darf.

Friseur Projekt Bo

Friseur Projekt Bo

Projekte vor Ort zu fördern

Diese zertifizierten Projekte bieten den Schülerinnen eine gute Perspektive, um mit ihren erlernten Fähigkeiten eine Arbeitsstelle zu finden. Ausbildungsstandards wie in Deutschland, gibt es Sierra Leone nicht. Der YMCA-Bo sorgt aber in Absprache mit der Regierung, dass Standards entwickelt werden. Finanzielle Unterstützung kann der Staat aber nicht geben. Der Verein muss sich selbst um die Finanzierung kümmern. “Gerade in der aktuellen Zeit ist es wichtig Projekte vor Ort zu fördern und Menschen, denen es nicht gut geht, in ihrem Heimatland eine Perspektive zu bieten. Der YMCA Bo Central Branch ist sich dieser Aufgabe bewusst und unterstützt gezielt an der Basis!“ berichtet Hannah Zimmermann. Der YMCA-Bo bietet zurzeit bis zu 50 Ausbildungsplätze in seinem Vereinshaus an.

Brunnen auf dem Gelände vom Rahden House

Brunnen auf dem Gelände vom Rahden House

Junge Mütter erhalten Hilfe

Seit der Ebola Epidemie hat die Zahl der Teenangermütter zugenommen. Auch diese haben ihren Platz im Verein gefunden und bekommen dort eine Chance. Natürlich bringen sie auch ihre Kinder mit. „Viele der Mütter kommen morgens und bleiben bis abends, sie genießen die Gemeinschaft und freuen sich eine Perspektive im Leben gefunden zu haben.” betont Hannah Zimmermann, die sich besonders freut, dass junge Mütter hier Hilfe erfahren.

Matrikulationsfeier

Matrikulationsfeier

Ehrengäste

Ein Highlight des Besuchs war der Tag im Verein. Er begann am Morgen mit der Matrikulationsfeier aller Schülerinnen. Hannah und Saskia waren an diesem Tag als Ehrengäste geladen. Dazu gehörte auch die festliche Ansprache, die auf Englisch gehalten werden musste. Neben traditionellen Tänzen in Kultgewändern und Liedern gab es auch einen Einblick in die Arbeit vor Ort. Der Nachmittag gehörte den Kinder- und Jugendgruppen. Am Nachmittag lernten wir die Kinder- und Jugendgruppen kennen und hörten auch von den täglichen Herausforderungen in der Arbeit.

Die Kinder Gruppe des YMCA Bo

Die Kinder Gruppe des YMCA Bo

Amputee Camp

Zum Besuchsprogramm gehörten auch öffentliche Besuche. Angefangen bei dem Paramount Chief (traditioneller Stammesführer) wurden auch Einrichtungen wie Schulen, eine Krankenstation und das Amputee Camp (Dorf der Amputierten) besucht. Während der Unruhen Ende der 90er Jahre, die von Liberia und dem Präsidenten Charles Taylor ausgingen, wurden viele Sierra Leonies verstümmelt. Mit Hilfe ausländischer Hilfsorganisationen wurde das Amputee Camp aufgebaut. Hier leben nun die Amputierten mit ihren Familien. Leider wurde die Internationale Hilfe für diese Menschen eingestellt. So gibt es keine medizinische Versorgung mehr. Und, weil das Camp außerhalb der Stadt liegt, müssen alle Besorgungen mit hohem Zeitaufwand erledigt werden.

Begrüßung am Rahden House in Bo

Begrüßung am Rahden House in Bo

Sierra Leone gehört seit Jahren zu den ärmsten Ländern der Welt

Der Human Development Index liegt bei 0,374 (Höchstwert 1), er beinhaltet die Schulbildung, Lebenserwartung und das Einkommen. Das Bruttosozialprodukt pro Kopf liegt bei ca. 1815 Dollar pro Jahr. Die Besuche in den öffentlichen Einrichtungen machten dies noch deutlicher und zeigten Bedarf vor Ort auf. “Der Besuch war nicht immer einfach und eine große Herausforderung. Der Unterschied zwischen der europäischen und afrikanischen Kultur und Lebensweise ist sehr groß. In aller Not und Bedürftigkeit, die wir beobachtet haben, spüre ich immer wieder viel Lebensfreude und Fürsorge für andere,“ fasst Hannah Zimmermann ihre Eindrücke der Reise zusammen.

„Diese Reise ist eine Erfahrung wert,“ ergänzt Saskia Hemminghaus. „und ist auch nicht mit einem Pauschalurlaub zu vergleichen. Oft gab es im Hostel abends kein fließendes Wasser oder es fehlte an anderen Dingen. Auch ist die Sicherheitslage für Europäer nicht so ungefährlich. Bei Ausflügen und Besorgungen wurden Saskia und Hannah darum immer von Vereinsmitglieder begleitet.

Spenden kommen an

Als Vorsitzende des CVJM-Rahden freut sich Saskia Hemminghaus besonders darüber, dass die in Rahden gesammelten Spenden auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Die Unterstützung aus Deutschland ermöglicht eine gute Arbeit. Das „Rahden House“ ist eine Bereicherung für die Menschen in Bo, die Vereinsmitglieder treffen sich hier regelmäßig zu Aktivitäten. “Wir haben mit unseren Freunden in Sierra Leone verabredet, dass wir gemeinsam weiter nach vorne schauen und neue Projekte unterstützen, damit weiterhin Jugendlichen die Möglichkeit auf eine Ausbildung geboten werden kann!“

HEader-Reisebericht

Etwas für Afrika mache

Hannah Zimmermann und Saskia Hemminghaus werden am Sonntag, 12.Februar, um 17 Uhr im evangelischem Gemeindehaus Rahden von ihrer Reise berichten. Neben dem Bericht und Fotos wird auch ein afrikanischer Imbiss angeboten. Alle, die sich für diese Arbeit interessieren sind herzlich eingeladen. ”Und auch wer neugierig geworden ist und etwas für Afrika machen möchte, ist bei uns willkommen,“ ergänzt Hannah Zimmermann.

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